Worte, die ich nicht mehr hören will:
Tickende Zeitbombe
Würgeschlange
Nervöses Hemd
Letztendlich
Baumelnde Seele
Zeitfenster
Worte, die ich noch hören will:
1923 ist das Geburtsjahr des Vaters. Im September 1939 wurde er 16 Jahre alt. Im Dezember 1942 wurde er in Russland verwundet. Er überlebte den Krieg und starb 2018.
Finaltag
Final Tag
end tag </
Amateur (e)
E ist der 5 Buchstabe im Alphabet,
5 ist die Quersumme von 23
23. Tag im 5. Monat des Jahres
M a i
M ist der 13. Buchstabe im Alphabet
A ist der 1. Buchstabe im Alphabet
I ist der 9. Buchstabe im Alphabet
13 + 1 + 9 = 23
Die Fotografie dieses Schnipsels mit dem Smartphone heißt:
IMG_1523.jpg
Blick von Osten nach Westen
Orient und Okzident
Abend soll es wieder werden
Abendläuten Abendlicht
Abendröte Abendrobe
eve avond event
Abendrunde
Herbst des Lebens Lebensabend
Abendessen Abendmahl
das letzte
Abends wenn ich schlafen geh
Am Ende des Tages
Tagend
Abend Abend Abend
Die Natur hat ein Bildwerk geschaffen. Tier und Pflanze haben sich zusammengetan, um ein Gemälde mit mindestens 23 Grüntönen zu erzeugen. Das ist natürlich Unsinn, da ja der bewußte Blick auf die von Menschenhand gepflanzte Funkie, die Entscheidung sie zu fotografieren und die Wahl des Ausschnittes meine gestalterischen Eingriffe waren.
Die Schnecken haben ihre eigene Art der Fraßspur hinterlassen. Die harten Adern der Funkienblätter mögen sie nicht, so sind längliche Straßen und rundere Flecken längs des Blattgerippes entstanden. Fressen einige Schnecken nach Lust und Laune, andere konsequent? Oder sind die Straßenfresser die Könner und die Spotfresser noch jung und unerfahren? Auf jeden Fall haben sie durch ihre geschickt gesetzten Löcher Blicke auf Darunterliegendes geschaffen. Hellgrün vor Dunkelgrün und Dunkelgrün vor Hellgrün. Schattengrün und Funkienblattrandgrün. Lichtgrün und Sonnengrün.
In der Mediathek meines Smartphones finde ich fünf neue Fotografien. Sie sind vollkommen schwarz. Nachtaufnahmen? Ich habe diese nicht aufgenommen. Beim Anklicken der letzten schwarzen Fotografie sehe ich, dass es sich um einen Film handelt. 20 Minuten lang. Ich spiele ihn ab und der Bildschirm bleibt schwarz, aber ich höre etwas. Ein rhythmisches Streichen und Schlagen wie von Besen auf einer Snare Drum, schleifend und raschelnd – a one a two a three a four – a one a two a three a four – und weiter so die schwarzen Minuten lang, manchmal stoppt der Sound und es legt sich ein Klackern und Klimpern darüber. Die dumme Maschine hat den Soundtrack meines Spaziergangs aufgenommen. In meiner Manteltasche scheint absolutes Dunkel zu herrschen. Aber das Schwarz allein genügt dem Gerät wohl nicht, es hat den guten Swingsound Schritt für Schritt für Schritt gehört und nimmt auf!
Drei Eidechsen krabbelten hoch über mir an der dunklen Decke, kaum konnte ich sie ausmachen auf dem graugrünen Grund. Dann stürzten sie herab und landeten genau zwischen Haaransatz und Schulter auf meinem rechten Nacken. Ich spürte ihre Bewegungen und ihre kühle Haut. Voller Abscheu erstarrte ich am ganzen Körper. Das Aufwachen erlöste mich, aber das heftige Abwehrgefühl am Hals ist sogar jetzt noch sehr deutlich, jederzeit abrufbar. Thin Lizard kam mir in den Sinn, warum auch immer.
Heute ist Ferragosto und Mariä Himmelfahrt.
Ich erinnere mich an zahlreiche Besuche in der Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venezia, um die Assunta von Tizian zu sehen und zu studieren. Und für mich fast noch wunderbarer die Madonna di Ca‘ Pesaro im linken Seitenschiff, ebenso von Tizian – besonders berührend ist der rechte Teil des Bildes. Etwas unterhalb der trohnenden Muttergottes hat der heilige Franz von Assisi, der das Jesuskind so innig anblickt, die Arme ausgebreitet und bittet um Schutz für die Familie Pesaro. Genau unterhalb der Spanne zwischen seinen stigmatisierten Händen kniet die Familie Pesaro. Ihr jüngstes Mitglied schaut uns unverwandt an.
Am blauen Himmel haben sich versammelt Altostratus, Cirrocumulus, Cumulus mediocris, Cumulus fractus und andere.