Chiastolithe, Varietät des Andalusit, China, aus meiner Sammlung
Überkreuz stehende Blätter der Kletterhortensie im Garten des Vaters
Eisenbahn in Murnau
Aus den dunklen Felsen des Tunnels, wo die einzelnen Grasflächen viel dunkler im Schatten erscheinen als im hellen Teil des Bildes, kommt eine immer deutlicher werdende Eisenbahn heraus. Man erkennt auf dem Bild, daß sie sehr schnell fährt, denn der hintere Teil der Eisenbahn ist verschwommen und verschwindet fast im Gras. Im Vordergrund sehen wir deutlich den Schatten der Eisenbahn. Damit der Vordergrund aber nicht zu dunkel erscheint, steht da ein kleines Mädchen mit rotem Kleide und winkt. Die Eisenbahn fährt an zwei, sich nicht gegenüberliegenden Telegrafenstangen vorbei. Wenn sie nämlich gerade gegenüberstehen würden, wüßte man nicht mehr wohin mit den vielen kleinen Porzelanknöpfchen, die auf den Telegrafenmasten sitzen. Der Maler malte auch keine Drähte an die Masten, da das Bild etwas locker (und durcheinander) gemalt ist, würde das zu viel Verwirrung bringen. Die Eisenbahn fährt vom Dunkel ins Helle. Die Farben auf der anderen Seite sind kräftiger gemalt und viel bunter, wo auf der einen Seite fast nur dunkelblau und dunkelgrün sind, wählte der Maler auf der einen Seite hellgrün, hellrot und gelb. Scheinbar auf einem Hügel liegen bunte freundliche Häuser, (an denen keine Fenster sind), darüber strahlender Himmel und dicke weiße Wolken hängen daran. Das ganze Bild erinnert an Ferien und Sommer.
Gerhard Richter hat in Münster seine Arbeit «Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel» präsentiert. In der profanierten barocken Dominikanerkirche hängt eine schwere Kugel in der Vierung, schwingt gleichmäßig hin und her und zeigt pro Stunde eine Abweichung von 12 Grad gen Osten. Das kann man auf einer unter den Pendelbewegungen liegenden Steinplatte aus Grauwacke in Skalen ablesen und in 30 Stunden hat sich die Erde einmal um sich selbst gedreht. Das ist natürlich ein Zitat des Foucaultschen Pendels. Aber Richter hängt an den sich gegenüberliegenden Wänden noch jeweils zwei große, von hinten graugestrichene Glastafeln auf, auf deren Spiegelflächen sich die Bewegungen des Pendels und auch der beobachtende Betrachter wiederfinden. Gegenüber – das bedeutet wohl auch ein unendliches Spiegelbild. Das müsste ich aber vor Ort überprüfen. Ich habe diese Arbeit noch nicht gesehen. Aber sie hat mich schon in der Vorstellung so begeistert, dass eine Reise nach Münster ansteht, wenn sich der erste Hype um diese Installation gelegt hat, so dass man sie in Ruhe betrachten kann.
Illustration aus «La Science Amusante» von Tom Tit,
(Arthur Good), Paris, P. Larousse et Cie, um 1890, aus meiner Bibliothek
Arme panische Amsel,
zerrupft und fleckig sieht sie aus.
Sie kann nur warnen,
keinen Gesang kann sie nicht,
dauernd tockt und schreit sie herum.
Sie hat ein mageres Gestaltgefieder.
Was ist da los?
Eine neue Amsel-Krankheit oder
nur ein armes Geschöpf, gejagt
von Krähen, Elstern und Katzen.
Und die Schafe,
was blöken sie und mäckern herum?
Was wollen sie denn?
Haben’s doch gut
auf den Rheinwiesen.
Üppiges Gras,
Wasser zum trinken
und würzige Luft.
Was wollen sie mehr?
Sie blöken und rufen,
hohe und tiefe Stimmen,
mäckern und mähen.
Ja, so traurig war ich noch nie.
Weggetan, die schönen, sorgfältig
gepflegten Dinge. So fein ausgewählt
über die Jahrzehnte, Generationen.
Nur drei Krawatten gerettet.
So geht es vorbei,
das liebe Leben.
Die Grillabende beißen in die Nasen
und die Tifosi schreien und und stöhnen.
Ronaldo ist der Held der Portugiesen.
In Russland geht’s hoch her
mitten im Juni.