Return

Der Rhein fließt einfach weiter,
als wäre nichts geschehen.
Immerhin lässt er heute
die Begegnung zu
mit RETURN SUNRISE,
flussaufwärts fahrend,
paradoxerweise
nach Westen,
weil ich immer noch
am falschen Ufer sitze.

 

Seltsame Begegnung

Vorgestern saß ich mit Jan K. in der Kneipe S. in Düsseldorf. Wir aßen Flammkuchen und tranken Wein. Gegenüber, ein paar Tische weiter saßen Günther J. und Thea S. und aßen ebenfalls Flammkuchen und tranken Wein. Und wie es sich gehört, trank hüben wie drüben jeweils die Frau den Weißwein und der Mann den Rotwein. Am liebsten wäre ich an den Tisch von Günther J. und Thea S. gegangen und hätte gesagt: «Wissen Sie eigentlich, dass meine Mutter Anneliese W. geborene D. mit Ihrer Tante Anneliese W., der Schwester Ihrer Mutter Ursula W., befreundet war? In ihrer Jugend waren sie zu vier Mädels hier im Stadteil O. ein Freundschaftskleeblatt. Tragischerweise ist eine der vier, Liesel H., damals im Rhein ertrunken.» Dann hätten wir noch über die Dominikanerstrasse im Stadtteil O. gesprochen und weitere Gemeinsamkeiten aus Film, Funk und Fernsehen ausgetauscht. Den weißen Wein, der den selben Namen trägt wie Günther J. und neuerdings beim Discounter A. zu haben ist, habe ich probiert und er hat mir ganz gut geschmeckt.

VOLUNTAS und MATURA

In der Morgensonne begegnet
VOLUNTAS II der MATURA.
Die Welt als Wille und Vorstellung,
Reife,
ob mit oder ohne Schopenhauer.
Der Rhein ist mit seiner
täglichen
Binnenschiffpoesie
eine Quelle
für die Motti des Tages.
Nachmittags
grölen und pinkeln die kostümierten
Abiturienten
am Rheinufer der nächsten Flusskurve.
Es ist Mottowoche.
Sie feiern die letzten Schultage
vor der Reifeprüfung.

Die Farben des Lichts



Die Farben des Lichts

Regenbogen auf schwarzweißen Fliesen
mit dem Smartphone aufgenommen
im Entrée von Schloss Hugenpoet
Purpur Ultramarin Cyan Grün Gelb Rotorange
Licht ist Weiß
Schwarz hat uns verschluckt
später flogen Hunderte von Kranichen
über die Wiesen der Ruhr
zeichneten riesige Einsen am Himmel
und gaben sich mit ihren schönen Rufen
Fragen und Antworten.

Glückliche Fügung



Das ist das Fernglas meines Großvaters, mit dessen Hilfe ich die Namen der Schiffe auf dem Rhein besser lesen kann. Dazu stehe ich an meinem Fenster zum Rhein. Dieses Fenster befindet sich ziemlich an genau derselben Stelle, an der das vorliegende Foto aufgenommen wurde. Das Foto ist von 1953. Auf ihm bin ich mit meinem Großvater zu sehen. In der Ferne sieht man die Turmhaube der Plange-Mühle. Und einige Silos. Der Turm und ein paar Silos sind heute noch zu sehen. (Siehe auch den Beitrag vom 9. März) Es ist eine so wunderbare Fügung, dass ich jetzt genau da am Fenster stehen kann, wo ich im Alter von etwa zwei Jahren mit meinem Großvater fotografiert wurde. Die früher in der Mühle produzierten Mehle heißen bis heute Diamant, Edelweiß und Kristall. Das klingt doch sehr nach Adalbert Stifter.