Liste weiterer Worte, die ich hören möchte.
Raureif
Rheinbogen
Mondsichel
Morgenlicht
Elfenbein
Ebenholz
Klang
Der Dresdner Grüne. Er glänzt temporär in New York, ausgeliehen aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. 1768 hatte Hofjuwelier Franz Diespach den 41 Karat schweren Diamanten mit der ungewöhnlichen Farbe in eine Hutagraffe mit weiteren wunderbaren weißen Steinen in frühen Brillantschliffen umgearbeitet. Durch seine Überseereise ist das Schmuckstück unberührt geblieben von dem gestrigen schändlichen Raub in der Schatzkammer August des Starken.
In den 90er Jahren war ich etwa zweimal in der kostbaren Sammlung, damals noch im Albertinum untergebracht. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das 2006 eröffnete, rekonstruierte Grüne Gewölbe im Residenzschloss noch nicht gesehen habe. Nun ist die historische Unversehrtheit der Sammlung dahin. Zehn gestohlenene Schmuckstücke werden heute im Internet veröffentlicht.
Über die Postkarte mit dem Nicht Gestohlenen, die in meinem alten Führer des Grünen Gewölbes von 1994 steckte, freue ich mich heute besonders.
Zweimal 23 Düsseldorf Oberkassel. Fotografie RW 2019
Heute war ich in der Edvard Munch Ausstellung. Schon lange ist er mein Maler. Bewußt suchte ich sehr selektiv in jedem Bild nach meinen Edelsteinen und habe kostbare Bilddetails aufgesammelt. Und was soll ich sagen, am Ende waren es 23.
Karl Ove Knausgård hat die Ausstellung kuratiert und in vier Werk-Gruppen hängen lassen: Licht und Landschaft, Der Wald, Chaos und Kraft, Die Anderen.
![]()
Ich addiere:
Vier und zwei ist sechs,
sieben und zwei ist neun,
vier und vier ist acht,
sechs und neun ist fünfzehn,
fünfzehn und acht ist
DREIUNDZWANZIG.
Also für mich,
danke Bruno Goller.
Heute in den frühen Morgenstunden träumte ich von Menschen, die Seltsames mit ihren Körpern veranstaltet hatten. Durch ihre Haut schimmerte an Arm, Kopf oder Oberschenkel Licht, als wären ganze Lampen implantiert worden. Andere hatten Lautsprecherboxen im Brustkorb oder am Rücken, eckig wie Koffer. Ihre Membranen waren wie Loch-Gewebe und vibrierten in dunklen Bässen. Einer spielte auf seinem Brustbein Gitarre, die Saiten im Knochen eingelassen.
Ich fotografierte alles, war aber oft nicht schnell genug, denn die Truppe bewegte sich in eiligen Bewegungen fort.
Auch war da ein kleines hölzernes Pult. Durch ein stecknadelgroßes Loch konnte ich hindurchsehen und sah zu meiner Freude ein winziges Kind darin, das lachte und mir zuwinkte. Auch dies wollte ich fotografieren – so ein lustiges Bild. Zum Größenvergleich stellte ich einen Bleistift daneben, doch er zerfiel schlangengleich in eine andere Ebene – vorbei. Beim Aufwachen war ich versucht, die Ausbeute der Fotos auf meinem Handy zu betrachten.
Equilibrist ein Lieblingswort,
Gleichgewicht das Ziel,
waagrecht senkrecht, fast im Lot –
rechts und links und alt und neu,
nachgemacht hervorgebracht,
nicht geschafft.
Ein alter Mann tritt ohne Aufforderung in das Zimmer und spricht freundlich mit klarer Stimme, seine Worte sind deutlich zu verstehen. Immer wieder beginnt er eine neue Rede, weiß schöne Floskeln. «Ja ja, zu Weihnachten kein Urlaub. Um 17.00 gehen wir los.» Mit Blick auf den Kuchenteller meiner alten Tante: «Das Köpfchen nehm ich.» Er legt den abgeschnittenen Kopf des Weckmanns in seine Handfläche und schaut in die Rosinenaugen. «Nun fällt mir der Begriff nicht ein…». Ich sage: «Ja, lachen kann der noch…» Das freut den Mann und spricht von den Frauen, ihre Namen sind ihm entfallen. «Ihre Gefährtin aus dem Nachbarraum, da kann ich Ihnen nicht helfen, weiß auch nicht, wie sie heißt…» entgegne ich. Er streicht mir über den Arm. Meiner Tante ist das Ganze nicht geheuer, sie fährt mit dem Rollstuhl aus dem Zimmer in den weiten Flur.
Aufgeblasener event
in der unmittelbaren Nähe
dieses gefundenen Fressens.
Laute Musik.
artsy people
bodyguards
Geschminkte Gesichter.
Glatter Kommerz. Grell.
influencer
Mein Gejammer nützt nichts:
ich werde andere
Welten besuchen.