Bij de Omval aan de Ouderkerkerdijk malte Piet Mondrian um 1906/7 sein geheimnisvolles Abendbild. Am Ufer der Amstel leuchten in der Ferne die Lichter eines Gehöftes auf und Nebel scheinen über die Wiesen zu ziehen. Das Kupferlicht der untergegangenen Sonne bleibt noch, bevor es ganz dunkel wird.
Sofort, als ich das Bild heute in Bochum sah, dachte ich an Rembrandts wunderbare Radierung de Omval von 1645 mit dem versteckten Liebespaar im Ufergebüsch. Ob er sein Motiv genau an derselben Stelle aufnahm wie Mondrian Jahrhunderte später, weiß ich nicht. Vielleicht hat ja Mondrian diese Stelle zu Ehren Rembrandts aufgesucht.
Heute stehen auf der Landzunge des Omval die höchsten Bürowolkenkratzer von Amsterdam – die Türme Rembrandt, Breitner und Mondrian. Benannt nach den berühmten Malern der Stadt. Wie man in Luftaufnahmen im Internet sehen kann, eine ziemlich hässliche Angelegenheit…
Piet Mondrian, Aan de Ouderkerkerdijk bij de Omval in den Avond II, 1906/7, Museum unter Tage, KUNSTSAMMLUNGEN DER RUHR-UNIVERSITÄT BOCHUM, SITUATION KUNST (FÜR MAX IMDAHL) Fotografie RW, 2020








Die steinalte Sophia hatte als Kind in der zweiten Schulklasse auf die Frage der Lehrerin nach ihrem Berufswunsch «Mutter» geantwortet. In der dritten Klasse durfte sie die Rolle der heiligen Maria im Krippenspiel übernehmen. In der Sexta des Gymnasiums hielt sie schriftlich in einem Aufsatz «Innenarchitektin» als mögliche Zukunft fest. Sie wusste sicher, dass es irgendetwas mit Zeichnen sein sollte. Während ihrer Schulzeit spürte sie, wie mit den sechziger Jahren eine neue abenteuerliche moderne freie – Weltraum – Zeit begann. In der vergangenen Nacht war sie sogar im Traum durch das Weltall geflogen.

