Dieselbe Sonne, die ich im Osten aufgehen sehe, steht auch über der Ukraine. Schreckliche Bilder, wie dort die Menschen durch Putins Krieg leiden, sind in allen Medien. Nicht nur in der westlichen internationalen Gemeinschaft, sondern auch in Russland gibt es Stimmen, die den Angriff scharf verurteilen und sich für einen sofortigen Frieden einsetzen. So haben russische Wissenschaftler einen mutigen, beeinduckenden Aufruf gegen Putin verfasst. Aber dass das Internationale Buchforum in Lwiw, Lemberg, und der ukrainische PEN die Welt auffordert, Bücher aus Russland pauschal zu boykottieren, finde ich fatal.
Der barbarische Überfall vom 24. Februar könnte als Putins Gescheiterter-8-Tage-Krieg in die Geschichte eingehen, wenn alle Verantwortlichen in diesem Konflikt sich heute noch an einen Tisch setzten und in kühlen Verhandlungen Lösungen für das sofortige Kriegsende ausarbeiten würden!
Ein Jammer, dass diese hilflosen Überlegungen aber auch gar nichts bringen.
Morgen am Rhein, Fotografie RW, Aschermittwoch 2022,
«Dieser Krieg ist ein zynischer Verrat» Aufruf der russischen Wissenschaftler, abgedruckt in der FAZ vom 26. Februar 2022

Heute am 23. Februar 2022 ordnete ich in vielen Kästen untergebrachte Fotografien, Briefe und Dokumente. Zwischen alten verblassten Bildern fand ich die Zahl 23, ausgeschnitten aus einem Werbeprospekt eines Fotoladens der 1980er Jahre. Der Schnipsel war hässlich in Rot und Hellblau gedruckt auf billigem Papier. Damit gab ich mich als 23er Fundstück nicht zufrieden. Im Nachlass der Tante gab es etwas Besseres, den Ausweis von Jean Houben, ausgestellt am 22. 8. 1923. So unruhig war die Zeit in Düsseldorf. Die Stadt und auch das gesamte Ruhrgebiet waren wegen der verspäteten Reparationszahlungen besetzt von Belgiern und Franzosen. Jeden Tag gab es Kämpfe und Ausschreitungen auf den Straßen. Verwaltungsbeamte, auch Polizeibeamte wurden verhaftet. Behörden, Firmen besetzt. Geld in Millardenhöhe beschlagnahmt, die dramatische Geldentwertung hatte begonnen. Schlageter wurde zum Tode verurteilt. 







