Aufstellung

Heute kommt der Mops aus Goethes Märchen zu besonderen Ehren. Er erscheint als meine Arbeit und wird zwischen unfertigen Objekten mit zerbrochenem Porzellan und Pappmaché-Erfindungen aufgestellt. Der Mops ist noch nicht gebrannt und nicht glasiert. Er steckt jetzt auf einer Vase, die mit Pappmaché überzogen wurde
Meine Arbeit ist noch nicht fertig. Leider gibt es Wartezeiten, die mag ich nicht aushalten. Die Übersicht kann zwischenzeitlich verloren gehen, weil die Dinge sich vermehren. Allerdings sind die Stunden zwischen dem eigentlichen Machen öde, dehnen sich und werden mit Ablenkungsmanövern gefüllt. Dann gehe ich beim vermeintlichen Teilnehmen an Ereignissen verloren, die in der ganzen Welt zu passieren scheinen.
Überreaktion durch zu viele Eindrücke im Hirn: Es fallen mir krude Ideen ein, genährt durch Alice im Wunderland, den Disneyfilm von 1951, den ich gestern Nacht sah: Der Mops ist bei der steinalten Sophia zum Tee eingeladen. Außerdem sind anwesend: drei krumpelige Möchtegerns, zwei verrottete Angeber, ein verwirrter Bauchredner und zwei sehr müde Wanderer.
Haha, Haha – alles Hirngespinste, spontane Dummfälle, einfach aus dem Kopf gesprungen.
Sophie und Noah sind die beliebtesten Namen für Neugeborene, lese ich.
Haha, Haha, Sophia, die alte Weisheit und Noah mit allen Tierpaaren in der Arche. Als größte zwei Titanosaurier und als kleinste zwei reitende Urzwerge (Nanoarchaeum equitans). Haha, Haha.

Aufstellung unfertiger Arbeiten, invertierte Fotografie RW, Sammlung RW, 10. Juni 2026