Ich fand eine Opalnuss in meiner Sammlung, die genau zu meiner, Santuzza genannten, neuen Arbeit passt. Ich werde sie noch auf ihrem Kopf anbringen. Die Opalnuss stamm aus Äthiopien. Ich habe sie 2008 in Sainte Marie aux Mines im Elsass gekauft. Sie wiegt 58 gr. und kostete 40 €. Sie opalisiert in grünem Flackern an den dunkelbraunroten Flecken. Die Figur Santuzza habe ich mit einer historischen Papiertapete verkleidet, die Birkenholz imitiert. Dann habe ich Augen aus Illustrierten ausgeschnitten und sie einerseits wie Uniformknöpfe und andererseits wie die Augenreihe eines Siebenaugen-Tiers angebracht. Die Hände mit den Metallperlen, die ich in die Ohren klebte, habe ich wieder entfernt. So wie auf der Fotografie von heute Vormittag gibt es die Figur jetzt am Nachmittag nicht mehr. Ich habe fast alle Arbeitsschritte fotografiert. Die Figur hatte anfangs keine Ohren, dafür aber goldene Strahlen, vom Kopf ausgehend wie die heiligen Strahlen bei Moses. Dann bekam sie die Ohren, angeregt durch meine Keramikköpfe, ich dachte dabei an ein Tierchen. Die Santuzza gehört nach Palermo. Dort ist sie eine verehrte Heilige des 12. Jahrhunderts, die im 17. Jahrhundert posthum bei der grassierenden Pest half.
Wie passen die Augen, die Birke, die Opalnuss und die Santuzza zusammen? Und wenn ihr wüsstet, was sich im Inneren der Pappmaché-Hülle verbirgt, dann würdet ihr euch erst recht wundern. Eine grob geschnitzte Holzvase und zwei Hälften von Kokosnüssen habe ich montiert und dann mit Pappmaché beklebt. Die Vase stammt aus dem Nachlass eines alten einsamen Mannes, der zum Ende seines Lebens den Überblick über seine Habe verloren hatte. Die polierten Kokosnüsse aus China gab es als Schalen in einem Billig-Kaufhaus. An einem disparaten Zusammenspiel habe ich meine Freude, bis es passt. Das dauert noch an.
