Fenster nach Norden zur Ostsee

Ich bin so glücklich – während ich schreibe, kann ich über den oberen Rand des Bildschirms schauen. Ich sitze direkt am Fenster. Hinter dem Stoppelfeld kann ich die Ostsee sehen. Es ist sehr ruhig, nur die Spatzen schimpfen die ganze Zeit, nicht aufdringlich, aber gut hörbar. Die Schwalben fliegen höher und höher – der Luftdruck hat sich verändert. Sie scheinen eine wahre Freude zu haben beim Mückenfang und nicht nur das, sie fliegen Kunststückchen, treffen sich im Flug, drehen ein paar gemeinsame Kurven. Der Himmel ist strahlend blau mit ein paar zerstäubenden Federwölkchen. Das Meer setzt sich noch tiefer blau gegen den Himmel ab. Je später es wird, um so schärfer zeichnet es eine immer präzisere Grenze am Horizont.
Die Beine hab ich hoch auf die Fensterbank gelegt. Den Computer auf dem Schoß. Ich hab mir ein Weinglas gefüllt, und es wird Abend. Die Luft ist so frisch, so fein. Die weißen Bäuche der Schwalben blitzen im tiefen Sonnenlicht. Die Glocken der Schlosskapelle schlagen jetzt acht Mal. Es ist eine feierliche Stimmung, eine große wunderbare Ruhe und jetzt rieche ich sogar das Meer. Ist das denn möglich? Es ist etwa sechs Kilometer weit von meinem Fenster entfernt.
Aber eins muss ich noch sagen als Zugeständnis an die Betrachter des Fotos – ich habe das Bild verändert. Mit Hilfe von KI habe ich einen Plöner PKW, der neben der großen Kiefer parkte, ausradiert.

Blick aus dem Fenster auf Gut Panker, Fotografie RW, 18. Juli 2025