Im Museum Küppersmühle in Duisburg sind sehr viele Zeichnungen des Malers Siegfried Anzinger ausgestellt, alle aus dem letzten und vorletzten Jahr. So blitzen mir auf fast allen Zeichnungen meine Zahlen 23 und 24 entgegen und immer verbunden mit dem A. Der Löwe, fast auf jedem Blatt, (auch mein Sternzeichentier) ist das ikonografische Tier des Heiligen. So sagt die Legende, das der Heilige dem Löwen einen Dorn aus dem Fuß entfernte, worauf das wilde Tier sein zahmer Begleiter wurde. Ich bin sofort sehr angezogen von den vielen Zeichnungen, freue mich darüber, dass Anzinger dem Löwen eine hinreißende Mimik gegeben hat, als wenn er die verschiedenen Tätigkeiten und Verfassungen des Heiligen kommentieren wolle. Aus über 600 Arbeiten von Anzinger zum Heiligen Hieronymus sind 104 Zeichnungen auf Papier und 18 auf Leinwänden, die auch blasse Farben tragen, ausgesucht worden für diese Ausstellung. Mir scheint, dass Anzinger den Heiligen nicht nur als Gelehrten, Asketen sondern auch als Künstler sieht, fast immer hat er Papier und Stift dabei, sicher um zu schreiben, aber vielleicht auch um zu zeichnen. Und manchmal verlässt der Heilige die Askese und trinkt Wein, auf einer Zeichnung liegt vor ihm die leere Flasche. Hieronymus begegnet auch Christus als Person, der am Fensterkreuz (!) hinter ihm stehend die Wundmale zeigt, der Heilige sieht ihn nicht, bleibt über seinen Studien, seine Bücher auf einem Totenkopf aufgelegt. Auf einem anderen Bild geht Hieronymus lesend hinter einer Mauer entlang, im Vordergrund ein Garten, in dem Christus der Frau am Brunnen erscheint. Der Auferstandene hebt seine fast brennende Hand gegen die Verschleierte – Noli me tangere. Im Blatt oben sind Löwe und Heiliger im Wald und entdecken erschrocken das kleine Kruzifix zwischen den Ästen. Wie die Erscheinung des heiligen Hubertus, der das Kreuz im Geweih des Hirschen sieht.