{"id":9026,"date":"2026-08-20T20:08:20","date_gmt":"2026-08-20T18:08:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=9026"},"modified":"2026-08-20T20:08:20","modified_gmt":"2026-08-20T18:08:20","slug":"auge-des-maharadscha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/auge-des-maharadscha\/","title":{"rendered":"<em>Auge des Maharadscha<\/em>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/026Sultansjoy.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-9027\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/026Sultansjoy-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/026Sultansjoy-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/026Sultansjoy-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/026Sultansjoy-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/026Sultansjoy-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/026Sultansjoy.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der indische Prinz erz\u00e4hlt von seinem Urgro\u00dfonkel, der bis 1947 Herrscher \u00fcber eines der vielen F\u00fcrstent\u00fcmer Indiens war. Die Familie bewohnte ein kleines Schloss im Punjab und er behauptete immer, dass er ein Gupta sei und nannte sich Bhanugupta. Der indische Prinz wei\u00df, dass das nicht der wahren Historie entspricht. Soweit er sich erinnern kann, hie\u00df der Onkel Raj Amit Singh. Nun, viel ist nicht \u00fcberliefert. Aber ein paar Anekdoten wei\u00df der indische Prinz noch genau, weil sie in der Familie so oft erz\u00e4hlt wurden. In den 1920er Jahres reist Raj Amit Singh immer wieder nach Paris, lebt dort sogar einen ganzen Fr\u00fchling und befreundet sich mit der Familie eines stadtbekannten Juweliers von der <em>Place Vend\u00f4me <\/em>an. Dort gibt er zahlreiche Schmuckst\u00fccke in Auftrag, so auch eine Turban-Agraffe mit einem gro\u00dfen Smaragd von sicher 46 Carat. Die Edelsteine f\u00fcr diese Schmuckst\u00fccke stammen allesamt aus Indien, aber die Fertigungen, Rahmungen und Fassungen aus Paris. Nach seinem Tod zerstreuen sich die kostbaren St\u00fccke, werden verkauft, versteigert, verschenkt. Der indische Prinz erh\u00e4lt aus diesem Schatz schon als F\u00fcnfj\u00e4hriger einen Ring mit dem Namen <i>Auge des Maharadscha.<\/i> Seine Mutter verwahrt den Ring 13 Jahre bis zu seinem 18. Geburtstag. Als sie ihn \u00fcberreichen will, ist er nicht am gewohnten Ort. Eine gro\u00dfe Suche beginnt im ganzen Haus. Nichts findet sich.<br \/>\nEine alte Rechnung bringt Gewissheit \u2013 sie hat den Ring in den Nachkriegsjahren in einem Pfandhaus beliehen und nicht wieder ausgel\u00f6st. Schweren Herzens l\u00e4sst sie f\u00fcr ihren Sohn das Schmuckst\u00fcck in Paris nachbauen. Beschreibungen und sogar eine alte Fotografie bezeugen sein Aussehen. Der Ring geh\u00f6rte zu den \u00e4rmeren Juwelen aus dem Erbe, denn der Stein ist ein als Cabochon geschliffener tiefschwarzer Onyx, genannt Sugarloaf-Schliff, da hoch aufragend. Der Stein ist eine h\u00e4ufige Quarzvariet\u00e4t, auch in Indien nicht so kostbar. Aber die 16 Brillanten, die ihn umgeben und fast zwei Carat wiegen sind wertvoll, daf\u00fcr musste die Mutter schon tief in die Tasche greifen. Gefasst sind die Steine in einer Wei\u00dfgoldschiene, die wie ein filigraner Korb alles h\u00e4lt. Der indische Prinz tr\u00e4gt die Kopie des Rings seitdem am kleinen Finger der linken Hand und hat seiner Mutter l\u00e4ngst verziehen.<\/p>\n<h5><em>Fossile Muschel mit Vivianit, Onyx-Brillant-Ring auf glasierter Keramik, dabei noch ein Papierauge und ein Operculum einer Meeres-Schnecke, <\/em><em>Sammlung RW, Fotografie RW, 20. August 2026<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der indische Prinz erz\u00e4hlt von seinem Urgro\u00dfonkel, der bis 1947 Herrscher \u00fcber eines der vielen F\u00fcrstent\u00fcmer Indiens war. 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