{"id":8950,"date":"2026-06-27T17:32:29","date_gmt":"2026-06-27T15:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=8950"},"modified":"2026-07-09T20:44:36","modified_gmt":"2026-07-09T18:44:36","slug":"heisse-quellen-und-hoellenvulkan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/heisse-quellen-und-hoellenvulkan\/","title":{"rendered":"Hei\u00dfe Quellen und H\u00f6llenvulkan"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026KarlsbadGoethe.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-8953\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026KarlsbadGoethe-700x944.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026KarlsbadGoethe-700x944.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026KarlsbadGoethe-222x300.jpg 222w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026KarlsbadGoethe-768x1036.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026KarlsbadGoethe-800x1079.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026KarlsbadGoethe.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026Vesuvegemme2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-8951\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026Vesuvegemme2-700x887.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026Vesuvegemme2-700x887.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026Vesuvegemme2-237x300.jpg 237w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026Vesuvegemme2-768x973.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026Vesuvegemme2-800x1014.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/026Vesuvegemme2.jpg 1184w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/p>\n<p>1786 beginnt Goethe von Karlsbad aus seine Italienreise. Im b\u00f6hmischen Kurort hat er gerade seinen 37. Geburtstag gefeiert und bricht am 3. September um drei Uhr morgens heimlich auf, um weiteren Verbindlichkeiten zu entgehen. Karlsbad besucht er insgesamt dreizehn Mal. Als Geologe und Mineraloge legt er sich eine Sammlung von ortstypischen Mineralien an. Besonders begeistert ist er von der Aragonit-Variet\u00e4t, dem Sprudelstein, einem Kalksinter, der oft sehr sch\u00f6n geb\u00e4ndert ist. Im Goethe Museum D\u00fcsseldorf gibt es ein kleines altert\u00fcmliches K\u00e4stchen darinnen eine Sprudelsteinsammlung von 1832, mit einer Einf\u00fchrung von Goethe.<br \/>\nHeute hei\u00dft das seit Jahrhunderten ber\u00fchmte b\u00f6hmische Karlsbad <em>Karlovy Vary<\/em> und geh\u00f6rt zu Tschechien. Meine kleine Brosche aus Karlsbad k\u00f6nnte noch aus dem 19. Jahrhundert stammen. Die wei\u00dfe Farbe in dem Schriftzug ist herausgewittert. Die Brosche ist eine sehr schlichte Pietra-Dura-Arbeit aus Sprudelstein und Malachit. In einer dekorativen Kupferblechfassung wurde sie als Andenken aus dem Heilbad mitgebracht, landete in Berlin und dort erwarb ich sie zusammen mit der Vesuvbrosche f\u00fcr wenig Geld.<\/p>\n<p>Im Februar 1787 hat Goethe Neapel erreicht. Bald f\u00e4hrt er mit der Kutsche Richtung Vesuv, auf einem Maultier reitet er hinauf, das letzte St\u00fcck bis an den Kraterrand zu Fu\u00df. Dreimal besucht er den Krater, erlebt dichte Rauchschwaden und Ausbr\u00fcche gl\u00fchender Lava. Er sammelt Lavabrocken und anderes vulkanisches Gestein. Ich besitze einen Vesuvian mit gelblich gr\u00fcnlichen Kristallen auf r\u00f6tlicher Lava. Der Geologe Abraham Gottlob Werner, den Goethe wohl auch des \u00d6fteren traf, erkennt 1795 Vesuvian als eigenes Mineral. Ich habe den Vesuv auch bestiegen und in den bei\u00dfenden Krater geblickt. Ebenso war ich bei den Phlegr\u00e4ischen Feldern und habe dort aus den rauchenden Erdl\u00f6chern Proben von Schwefel entnommen. Au\u00dferdem konnte ich nicht an den lustigen Touristen-Gesteinssammlungen in schrill bunten K\u00e4sten vorbeigehen und habe zwei gekauft, unter anderem mit <em>Pioggia di Cenere<\/em> (Ascheregen) in einem Glasr\u00f6hrchen.<br \/>\nVom Maler und Italien-Begleiter Goethes <em>Christoph Heinrich Kniep<\/em> ist eine aquarellierte Federzeichnung <em>Die Bucht von Neapel mit Blick auf den Vesuv<\/em> erhalten. Diese Ansicht zeigt auch die kleine Kamee mit der Darstellung des Golfs von Neapel. Sehr einfach geschnitzt aus der Schale einer Meeresschnecke. Deutlich sieht man die beiden Gipfel des Vesuvs, des 79 nach Christus auseinandergebrochenen Monte Somma. Der Vesuv raucht \u2013 sehr sch\u00f6n hat der Schnitzer die violette Schicht der Schnecke f\u00fcr die Rauchwolke genutzt. Darunter erkennt man in der wei\u00dfen Schicht des Schalenaufbaus noch eine Dreiecksform. Ist damit ein Segelboot gemeint oder das Castel dell&#8217;Ovo? Ich habe alte Darstellungen der Bucht von Neapel verglichen und tats\u00e4chlich gibt es auch Ansichten, n\u00e4her am Castel aufgenommen, auf denen die massige Burg fast wie ein dreieckiges Gebirge aus dem Wasser ragt.<br \/>\nEs kostet mich gro\u00dfe M\u00fche, heute, gestern und vorgestern diesen Text zu schreiben. Die Konzentration f\u00e4llt schwer, es passieren Fehler. Schwei\u00df tropft vom Gesicht. Drau\u00dfen sind es \u00fcber 37 Grad, drinnen gef\u00fchlt drei\u00dfig. Wir haben alles verdunkelt, die Ventilatoren laufen den ganzen Tag. Das Gef\u00fchl eingesperrt zu sein macht sich breit. Wir trinken viel, viel Wasser.<\/p>\n<p><strong><em>Zwei antike Schmuckst\u00fccke auf dem Buch \u00abGoethe Italienische Reise\u00bb, Sammlung RW, Fotografie RW, 25. 26. und 27. Juni 2026<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1786 beginnt Goethe von Karlsbad aus seine Italienreise. 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