{"id":8800,"date":"2026-01-01T12:31:59","date_gmt":"2026-01-01T11:31:59","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=8800"},"modified":"2026-01-14T16:01:00","modified_gmt":"2026-01-14T15:01:00","slug":"neues-altes-maerchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/neues-altes-maerchen\/","title":{"rendered":"Neues altes M\u00e4rchen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/025Goethe_Ring.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-8801\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/025Goethe_Ring-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/025Goethe_Ring-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/025Goethe_Ring-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/025Goethe_Ring-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/025Goethe_Ring-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/025Goethe_Ring.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Die steinalte Sophia wusste nichts von dem M\u00e4rchen, das Goethe 1795 herausgab. Sie fragt den indischen Prinzen danach und sogleich kann er ihr davon berichten, ja es fast wortw\u00f6rtlich zitieren. Er spricht von den zwei Irrlichtern, dem F\u00e4hrmann, dem Fluss, dem Schatten des Riesen und vor allem von der Schlange, die zu leuchten beginnt, nachdem sie die Goldst\u00fccke des F\u00e4hrmanns fra\u00df. Die Augen des indischen Prinzen gl\u00e4nzen, als er von den acht Edelsteinen erz\u00e4hlt, die im M\u00e4rchen vorkommen. Onyx, Jaspis, Prasem, Smaragd, Chrysopras, Chrysolith, Beryll und Topas. Alle hatte Goethe in seiner Mineraliensammlung. Der indische Prinz freut sich, dass er ebenso alle besitzt und wundert sich, dass der Prasem dabei ist \u2013 eine gr\u00fcne Quarzvariet\u00e4t und auch, dass dieser zu Goethes Zeiten bekannt war. Ebenso ist im M\u00e4rchen von den Metallen die Rede \u2013 Gold, Silber und Erz. Und vor allem das Licht scheint ein Leitmotiv zu sein &#8211; Irrlichter, leuchtende Schlange, die Sonne, der besondere Alte mit der Lampe, der Lichtstrahl, der durch die Kuppel\u00f6ffnung im Felsengeb\u00e4ude f\u00e4llt (der indsche Prinz wei\u00df sofort, dass Goethe bei diesem Erz\u00e4hl-Bild an das Pantheon in Rom gedacht hat), der Spiegel, den der Habicht hoch in die L\u00fcfte tr\u00e4gt, um die Strahlen der noch verborgenen Sonne zu reflektieren und damit Schlafende zu wecken. Die sch\u00f6ne Lilie, den J\u00fcngling, die Alte, den Mops (verwandelt in dunklen Onyx) und den Kanarienvogel (verwandelt in einen goldenen Topas) erw\u00e4hnt der indische Prinz auch \u2013 aber den <em>Ouroboros<\/em>, den wird er nie vergessen und ist so froh, dass er ihn im M\u00e4rchen erkannt hat. Denn die freundliche und hilfreiche, <em>wohlth\u00e4tige<\/em>, Smaragd-leuchtende Schlange formt mit ihrem K\u00f6rper den Kreis um den K\u00f6rper des toten J\u00fcnglings \u2013 kein Anfang und kein Ende \u2013 und besch\u00fctzt ihn, bis er wieder zum Leben erweckt wird.<\/p>\n<h5><em>Mit dem Gemmenring im Goethe Museum D\u00fcsseldorf am 30. Dezember 2025, Fotografie RW, bearbeitet zu Neujahr 2026<br \/>\n<\/em><em>\u00a0&#8222;Alle brauchen M\u00e4rchen. Goethes &#8218;M\u00e4rchen&#8216; heute&#8220;, <\/em><em>Sonderausstellung im Goethe Museum<br \/>\nnoch bis zum <span class=\"date-display-end\">1. M\u00e4rz 2026<\/span><\/em><\/h5>\n<h5><em>\u00a0<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die steinalte Sophia wusste nichts von dem M\u00e4rchen, das Goethe 1795 herausgab. Sie fragt den indischen Prinzen danach und sogleich kann er ihr davon berichten, ja es fast wortw\u00f6rtlich zitieren. 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