{"id":8674,"date":"2025-08-20T14:07:17","date_gmt":"2025-08-20T12:07:17","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=8674"},"modified":"2025-08-20T14:07:17","modified_gmt":"2025-08-20T12:07:17","slug":"zu-muenster-ein-mysterium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/zu-muenster-ein-mysterium\/","title":{"rendered":"Zu M\u00fcnster ein Mysterium"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025RingMuenster.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-8675\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025RingMuenster-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025RingMuenster-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025RingMuenster-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025RingMuenster-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025RingMuenster-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025RingMuenster.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\nHeute betrachtet der indische Prinz den Zweiaugenring. Der Ring stammt aus dem westf\u00e4lischen M\u00fcnster. Zwei gro\u00dfe oval, rechteckige Diamanten in sehr alten Schliffen, dem <em>old mine cut<\/em>, sitzen nebeneinander wie ein Augengeschwisterpaar im bombierten Ringkopf. Der Schliff mit mehr Facetten als je zuvor wurde im 18. Jahrhundert entwickelt, so dass diese im Sonnen- und Kerzenlicht ihr wunderbares Feuer entfalten konnten. Es sind fast schon so viele wie beim modernen Brillantschliff, der ab den 10er Jahren des 20. Jahrhunderts immer weiter verfeinert wurde bis zu mindestens 56 Facetten im vollkommenen Rund. Die von Hand geschliffenen Steine im Ring haben eben nicht dieses Rund und auch sind sie unvollkommen in der Symmetrie, die untere Kalette ist als winzige Kreisfl\u00e4che bis in die obere Tafel zu sehen, die auch kleiner ist als beim modernen Brillant und der untere Teil ist meist h\u00f6her in der Proportion zum oberen Teil. Diese alten Steine sind nicht nur einzigartig, wie jeder nat\u00fcrliche Diamant, sondern auch h\u00f6chst individuell, weil das pers\u00f6nliche Handwerk eines Edelsteinschleifers f\u00fcr ewig in ihnen festgehalten ist. Die Diamanten sind eben viel \u00e4lter als die Fassung \u2013 dort sind im Innern zwischen den Diamanten kleine \u00d6sen ohne Funktion zu sehen, stammen die Steine also aus anderem Zusammenhang? Die Nachforschungen des Prinzen f\u00fchren zu Haus Stapel in Havixbeck bei M\u00fcnster. Vielleicht haben die antiken Diamanten schon im Jahre 1820 eine <em>devant de corsage-<\/em>Brosche Maria Theresias von Kerckerinck zu Stapel, einer adeligen Dame aus M\u00fcnster und die Gemahlin von Konstantin Ernst von Droste zu H\u00fclshoff, geschm\u00fcckt. Sie hatten 23 Kinder ohne Nachkommen, deren Erben wiederum, in diesem Fall vielleicht die Cousine Ermengard in den 20er Jahren des 20. Jh den Auftrag f\u00fcr den Zweiaugenring gegeben hat. Die reiche Brosche mit 46 Diamanten mag in 23 Teile ges\u00e4gt worden sein, damit jedes Kind vom Erbe profitieren konnte. In Ermengards Nachlass fand man auch Pariser Schmuckjournale, in denen Bomb\u00e9ringe mit Millegiffes abgebildet waren und so hat sie sich vielleicht dem Stil des <em>Art D\u00e9co<\/em> folgend die Schiene mit den ausges\u00e4gten Dreiecks-Ornamenten nachbauen lassen. Den Ring nannte sie Haus-Stapel-Ring und erinnerte sich an ihren Aufenthalt im Schloss in den 70er Jahren, als mehrere Trakte an Studenten und K\u00fcnstler vermietet wurden und sie in Sorge war, ob das Haus den Richtlinien des Denkmalschutzes gem\u00e4\u00df gepflegt wurde. In 90er Jahren des 20. Jahrhunderts gelangte der Ring in den Antiquit\u00e4tenhandel von M\u00fcnster, bis er schlie\u00dflich 2020 vom indischen Prinz erworben wurde.<\/p>\n<h5><em>Aniker Wei\u00dfgoldring mit Altschliff-Diamanten aus M\u00fcnster, Sammlung RW, Fotografie RW 2020<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute betrachtet der indische Prinz den Zweiaugenring. Der Ring stammt aus dem westf\u00e4lischen M\u00fcnster. Zwei gro\u00dfe oval, rechteckige Diamanten in sehr alten Schliffen, dem old mine cut, sitzen nebeneinander wie ein Augengeschwisterpaar im bombierten Ringkopf. Der Schliff mit mehr Facetten als je zuvor wurde im 18. 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