{"id":8660,"date":"2025-08-14T17:51:35","date_gmt":"2025-08-14T15:51:35","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=8660"},"modified":"2025-08-14T17:51:35","modified_gmt":"2025-08-14T15:51:35","slug":"zu-jedem-juwel-eine-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/zu-jedem-juwel-eine-geschichte\/","title":{"rendered":"Zu jedem Juwel eine Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fischermannring.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-8661\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fischermannring-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fischermannring-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fischermannring-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fischermannring-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fischermannring-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fischermannring.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Der indische Prinz hat Folgendes vor \u2013 zu jedem seiner Juwelen will er eine Geschichte erz\u00e4hlen. \u00dcber Herkunft, Art und Alter der Ringe, Anh\u00e4nger, Ketten, Broschen und Nadeln. Er beginnt mit einem Wei\u00dfgoldring, geschm\u00fcckt mit Brillanten und einem Turmalin. Das Besondere an dem Ring ist sein architektonischer Aufbau. Wie eine hohe Br\u00fccke mit breit gew\u00f6lbten Pfeilern sitzt er \u00fcber dem Finger. Auf dem Dach gehen vom gr\u00fcnen Mittelstein nach rechts und links je zwei rund schwingende Arme aus, die in vier kleinen Brillanten von circa 0,10 ct enden. Die Arme sind mit Achtkantdiamanten besetzt und umgreifen eine H\u00f6hlung mit dem Dekor einer Herzmuschel.<br \/>\nAls der indische Prinz dieses sch\u00f6ne Motiv sieht, will er den Ring besitzen. Er sah ihn vor einer Woche in einem Dortmunder Antiquit\u00e4tengesch\u00e4ft. Vom H\u00e4ndler erf\u00e4hrt er, dass er aus dem Nachlass einer Augsburger Unternehmerfamilie stammen soll, die nach Dortmund umsiedelte. Alles ist mit alten Rechnungen belegt. Der Urgro\u00dfvater der Erben hat den Ring vor sehr langer Zeit in Auftrag gegeben. Zwischen den beiden Weltkriegen kommt er durch erfolgreiche Gesch\u00e4fte im Bierhandel zu Geld. Einen Smaragd kann er sich jedoch nicht leisten, hat aber von neuen Vorkommen sch\u00f6ner, gr\u00fcner Turmaline aus Brasilien geh\u00f6rt, die seit den 20er Jahren auf den Markt und im sp\u00e4ten Art D\u00e9co in Mode kommen. Etwa 1935 gibt er einem Juwelier in Augsburg den Auftrag f\u00fcr einen repr\u00e4sentativen Ring, der seine Freude am Leben bezeugen soll. Der Kaufmann besitzt auch zwei Ringe einer Augsburger Gro\u00dftante, einen mit einem gr\u00fcnen Turmalin aus Brasilien und einen mit vier Diamanten in unterschiedlichen Schliffen, die gibt er dem Goldschmied dazu. Fast will dieser die Steine nicht verwenden, einer der Diamanten hat eine ungew\u00f6hnlich gro\u00dfe Tafel und wirft das eingefangene Licht nicht so pefekt zur\u00fcck, wie man es von ihm erwarten darf. Aber der Kaufmann besteht darauf, dass all Steine eingearbeitet werden sollen, weil er an seine alte Tante Elisabeth voll guter Erinnerung denkt. Sie hat ihm in schwierigen Situationen mehr geholfen als seine Eltern. Dann w\u00fcnscht sich der Kaufmannn noch das Muschel-Motiv, das er auf dem alten Silberbesteck der Tante gesehen hat. Jakob ist sein zweiter Vorname, so muss es das Pilgermotiv sein. Er hat sogar eine kleine Zeichnung angefertigt, wie er den Ring haben will. F\u00fcr den fertigen Ring bezahlt der Kaufmann mehr als 1000 Reichsmark, eine hohe Summer zu dieser Zeit. Immerhin sind fast zehn Gramm Wei\u00dfgold verwendet worden.<br \/>\nDer Ring spricht alles aus: Im Innern sieht der indische Prinz, dass der Turmalin aus alten Zusammenh\u00e4ngen kommen muss, da er noch seine alte Fassung in Gelbgold behalten hat. Und der eine unvollkommene Diamant der Tante mit der zu gro\u00dfen Tafel sitzt oben links oder unten rechts, je nachdem wie man ihn tr\u00e4gt. Vom Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler erf\u00e4hrt der indische Prinz noch, dass der Ring dem sogenannten Retrostil der sp\u00e4ten 30er und 40er Jahre behaftet sei, eben die elegante, geometrische Art des sp\u00e4ten Art D\u00e9co bes\u00e4\u00dfe.<\/p>\n<h5><em>Keramikaufbau mit altem Turmalin-Diamant-Ring, Herzmuschel und Belemniten, Sammlung RW, Fotografie RW, 12. August 2025<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der indische Prinz hat Folgendes vor \u2013 zu jedem seiner Juwelen will er eine Geschichte erz\u00e4hlen. \u00dcber Herkunft, Art und Alter der Ringe, Anh\u00e4nger, Ketten, Broschen und Nadeln. Er beginnt mit einem Wei\u00dfgoldring, geschm\u00fcckt mit Brillanten und einem Turmalin. Das Besondere an dem Ring ist sein architektonischer Aufbau. 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