{"id":8645,"date":"2025-08-02T19:45:56","date_gmt":"2025-08-02T17:45:56","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=8645"},"modified":"2025-08-11T13:01:47","modified_gmt":"2025-08-11T11:01:47","slug":"glueckliche-finderin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/glueckliche-finderin\/","title":{"rendered":"Gl\u00fcckliche Finderin"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fundegold.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-8647\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fundegold-700x907.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"907\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fundegold-700x907.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fundegold-232x300.jpg 232w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fundegold-768x995.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fundegold-800x1036.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/025Fundegold.jpg 1158w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Am Nachmittag sah die steinalte Sophia, wie vor ihrem Haus ein Auto wegfuhr. Die Stra\u00dfe war nass, auch dort, wo das Fahrzeug gestanden hatte. Wegen der vielen kurzen, heftigen Schauer war sie noch nicht drau\u00dfen gewesen. Aber jetzt stand sie auf der Stra\u00dfe direkt am Rhein. Blitzschnell b\u00fcckte sie sich, denn sie sah mit Sekundenblick einen goldenen Ring auf dem schwarzgl\u00e4nzenden Asphalt. Sie hob ihn auf und lie\u00df ihn mit klopfendem Herzen in ihre Manteltasche gleiten. Das n\u00e4here Studieren ihres Fundes wollte sie sich f\u00fcr sp\u00e4ter aufheben. Nach einem Einkauf im gro\u00dfen Supermarkt war sie wieder zu Haus angelangt und verstaute die Eink\u00e4ufe in K\u00fchlschrank und Vorratskammer. Den Champagner f\u00fcr ihren morgigen Geburtstag stellte sie kalt und wusch sich die H\u00e4nde. Der Ring in der Manteltasche war die ganze Einkaufszeit in ihrem Kopf geblieben, jetzt zog sie ihn hervor und wusch und schrubbte ihn vorsichtig mit einer B\u00fcrste. Es war ein Bandring mit kleinen goldenen Bl\u00fcten, in deren Mitte winzige glitzernde Steinchen blitzten. Das Gold gl\u00e4nzte kalt und die Kanten des Rings waren scharf. Au\u00dferdem war er verbogen, wahrscheinlich war das Auto vom Parkplatz dar\u00fcbergefahren. <em>Das ist kein Gold, das seh&#8216; ich schon mit blo\u00dfem Auge.<\/em> Mit Hilfe der Lupe konnte sie das Wort <em>Steel<\/em> erkennen und die Zahl <em>8<\/em>. Au\u00dfderdem war auch auf der Innenseite des Rings ein Glitzersteinchen angebracht. Daneben eine Herstellermarke mit einem bekannten, f\u00fcr sie albernen Namen. Die steinalte Sophie war ent\u00e4uscht. <em>Aber<\/em>, dachte sie, <em>allein die freudige Auffinde-Sekunde ist ja so sch\u00f6n gewesen, fast ein lustiges d\u00e9j\u00e0 vu.<\/em> Weil sie ja heute mit dem indischen Prinzen im Pfandhaus war und sich neun Ringe nach von ihr recherchierten Nummern hatte vorlegen lassen, sich alle sorgf\u00e4ltig mit Brille und Lupe angesehen und sich dann f\u00fcr einen mit einem blauen Saphir und Diamanten entschieden hatte und sich freute, dass sie so gut beraten worden war und dass alle so eine Geduld mit ihr hatten und ihren Argumenten zuh\u00f6rten, <em>zu konventionell, zu protzig, zu sehr siebziger,<\/em> <em>zu teuer, zu \u00e4hnlich einem schon vorhandenen, <\/em>wie sie dann Ring f\u00fcr Ring zur Seite legte, immmer weiter argumentierend, bis schlie\u00dflich einer \u00fcbrig blieb, und dieser sogar in der Identifikationsnummer ihre Geburtszahlen hatte, was dann das Entscheidende war, und ihr nichts anderes \u00fcbrig blieb, als den Ring zu kaufen.<\/p>\n<h5><em>Fund von der Stra\u00dfe, invertierte Fotografie RW, 2. August 2025<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Nachmittag sah die steinalte Sophia, wie vor ihrem Haus ein Auto wegfuhr. Die Stra\u00dfe war nass, auch dort, wo das Fahrzeug gestanden hatte. Wegen der vielen kurzen, heftigen Schauer war sie noch nicht drau\u00dfen gewesen. Aber jetzt stand sie auf der Stra\u00dfe direkt am Rhein. 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