{"id":8595,"date":"2025-07-01T12:15:02","date_gmt":"2025-07-01T10:15:02","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=8595"},"modified":"2025-07-02T07:06:20","modified_gmt":"2025-07-02T05:06:20","slug":"le-dauphin-et-le-le-pecheur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/le-dauphin-et-le-le-pecheur\/","title":{"rendered":"Le Dauphin et le P\u00eacheur"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025LePescheur_petit.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-8596\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025LePescheur_petit-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025LePescheur_petit-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025LePescheur_petit-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025LePescheur_petit-768x1023.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025LePescheur_petit-800x1066.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025LePescheur_petit.jpg 1126w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Gestern bekam der indische Prinz eine <em>Gravure attribu\u00e9e \u00e0 Nicolas II de Larmessin<\/em> geschenkt. Der Schenkende hatte sie selbst mit Aquarellfarben koloriert, dabei aber auch Gold- und Silberfarben f\u00fcr die Fische verwendet. Die Druckwerkstatt des <em>Larmessin<\/em> befand sich Mitte des 17. Jahrhunderts in Paris auf der Rue St Jacques in der N\u00e4he der Kirche St. Severin. Der Schenkende erz\u00e4hlte, dass er den Druck in Lissabon erworben hatte, zusammen mit weiteren Bl\u00e4ttern aus der Reihe <i>Les Costumes grotesques et les m\u00e9tiers<\/i>. Da gibt es den Optiker, den Stellmacher, den B\u00e4cker, den Musiker, den Maler, den Mediziner, den Letternmacher, den Kerzenmacher etc.. Der Laden in Lissabon muss nach den Schilderungen des Schenkenden sehr kurios gewesen sein. Der Antiquar haust dort inmitten von hunderttausend Dingen zusammen mit seiner alten Mutter. Ein eigenartiger Geruch f\u00fcllt den verstiegenen Raum, und so hat der Schenkende die Bl\u00e4tter erst in einem zweiten Anlauf erworben.<br \/>\nDas vorliegende Blatt gef\u00e4llt dem indischen Prinzen sehr, alle Meerestiere sind mit Namen beschriftet, meist kennt er diese aus der franz\u00f6sischen K\u00fcche: die Haare des eleganten Fischers bestehen aus kleinen, sich kringelnden Aalen und Neunaugen, ein Delphin muss als Hut herhalten. Barsch, Meer\u00e4sche und Schleie bilden seine Weste, ein langer St\u00f6r zeigt eine Knopfleiste an. Am Aal-G\u00fcrtel hat er Dorsch, Hecht und Seel\u00f6we h\u00e4ngen \u2013 wobei der Seel\u00f6we wie ein Fisch aussieht \u2013 vielleicht ist der <em>Loup de mer<\/em> gemeint. Auf Knieh\u00f6he tr\u00e4gt der <em>Pescheur<\/em> einen Taschenkrebs. Die gesamte Figur, im raffinierten Kontrapost am Meeresstrand stehend, erinnert an die h\u00f6fische, franz\u00f6sische Mode zur Zeit Ludwigs XIV. Zumal das franz\u00f6sische Wort f\u00fcr Delfin <em>Dauphin<\/em> ja auch einen Prinzen meint \u2013 <em>Louis de Bourbon (1661\u20131711), Dauphin von Frankreich <\/em>und Sohn Ludwigs XIV hat Larmessin 1680 in einer Gravur verewigt. Fast sieht es so aus, als w\u00e4re dieser Fischer ein Portr\u00e4t des Dauphin, die vielen Locken, das Gesicht \u2013 eine verbl\u00fcffende \u00c4hnlichkeit.<br \/>\nDer Graveur <em>Larmessin<\/em> hat bekanntlich viele Portr\u00e4ts k\u00f6niglicher Familien gestochen. Der indische Prinz erfuhr zu seiner gro\u00dfen Freude, dass dabei ein eindrucksvolles Bildnis des indischen Mogul-Kaisers <em>Aurangzeb <\/em>ist, \u00fcber den und dessen Familie <em>John Dryden<\/em> 1675 ein tragisches Drama schrieb. Der Prinz wusste, dass er in dreiundzwanzigster Linie mit dem Mogul verwandt war. Zum Abschluss seiner Betrachtungen h\u00f6rte er sich gleich Henry Purcells Musik zu diesem Drama an.<\/p>\n<h5><em>Handkolorierte Gravure (von Carl Friedrich Schr\u00f6er) des \u00abHabit de Pescheur\u00bb von Nicolas II de Larmessin, geschenkt an RW, 30. Juni 2025<\/em><\/h5>\n<p><span class=\"\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern bekam der indische Prinz eine Gravure attribu\u00e9e \u00e0 Nicolas II de Larmessin geschenkt. Der Schenkende hatte sie selbst mit Aquarellfarben koloriert, dabei aber auch Gold- und Silberfarben f\u00fcr die Fische verwendet. Die Druckwerkstatt des Larmessin befand sich Mitte des 17. 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