{"id":8573,"date":"2025-06-01T20:21:40","date_gmt":"2025-06-01T18:21:40","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=8573"},"modified":"2025-06-01T20:26:12","modified_gmt":"2025-06-01T18:26:12","slug":"zeit-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/zeit-2\/","title":{"rendered":"Zeit"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-8574\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025EppliKamee-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025EppliKamee-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025EppliKamee-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025EppliKamee-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025EppliKamee-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/025EppliKamee.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p>Ein Steinschneider hat dieses Bildnis einst aus einem Lagenstein geschnitzt. Ein Goldschmied hat es in den Rahmen gesetzt, verziert mit einer Schleife und 38 Naturperlchen im Verlauf. Auf der R\u00fcckseite hat das Medaillon noch ein Fach, aber die Glasscheibe fehlt, so dass keine Haarlocke, kein St\u00fcckchen Stoff, kein Z\u00e4hnchen untergebracht werden kann. Die Abgebildete ist sicher nicht als Portr\u00e4t einer wirklichen Frau gedacht, sondern als Sinnbild f\u00fcr Anmut, Sch\u00f6nheit und Jugend. Der indische Prinz empfindet das Bild als sentimental, aber merkw\u00fcrdigerweise hat es f\u00fcr ihn nichts Klischeehaftes, sondern das M\u00e4dchen scheint, obwohl im Profil, wirklich zu schauen. Sein Ausdruck ist lebensnah. Der indische Prinz hat es wegen der Perlen Margarete genannt, wie aus einem alten M\u00e4rchen entstammend.<br \/>\nDer Lagenachat wurde gef\u00e4rbt, so dass die untere Schicht tiefschwarz erscheint und die wei\u00dfe Schicht etwas gr\u00fcnlich gr\u00e4ulich, nicht kaltwei\u00df. Die Kam\u00e9e ist schwer, auch das Gold wiegt schwer. Ein kostbares St\u00fcck, meint der indische Prinz, aber teuer war es nicht. Oben an der Haube des M\u00e4dchens scheint ein kleines St\u00fcck der Schleife abgebrochen zu sein, das f\u00e4llt aber kaum auf. Am unteren Rand des Rahmens ist noch eine alte Abh\u00e4ngung vorhanden, wahrscheinlich hing dort eine gr\u00f6\u00dfere Perle. Der indische Prinz hat die Kam\u00e9e im Hunsr\u00fcck bei einem Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler gekauft. Dieser konnte aber nichts zu ihrer Herkunft und Entstehung sagen. Wahrscheinlich wurde sie in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts in Idar Oberstein geschnitten, dann nach Frankreich importiert, um in Rouen oder Paris gerahmt zu werden. Der indische Prinz dachte an den ber\u00fchmten Goldschmied <em>Alexandre-Gabriel Lemonnier<\/em>, der an der Place Vendome sein Gesch\u00e4ft hatte und Hoflieferant Napoleons III. war. Er gab zu \u2013 ein bisschen sehr hochgegriffen \u2013 aber franz\u00f6sisch kam ihm das Schmuckst\u00fcck schon vor, er hatte ein Vergleichst\u00fcck bei einer Pariser Schmuckh\u00e4ndlerin gesehen, nat\u00fcrlich viermal so teuer.<\/p>\n<h5><em>Gemme in Lagenachat mit Goldrand und Perlen auf Travertin, Sammlung RW, Fotografie RW, 1. Juni 2025<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Steinschneider hat dieses Bildnis einst aus einem Lagenstein geschnitzt. Ein Goldschmied hat es in den Rahmen gesetzt, verziert mit einer Schleife und 38 Naturperlchen im Verlauf. Auf der R\u00fcckseite hat das Medaillon noch ein Fach, aber die Glasscheibe fehlt, so dass keine Haarlocke, kein St\u00fcckchen Stoff, kein Z\u00e4hnchen untergebracht werden kann. 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