{"id":8163,"date":"2024-02-29T18:27:09","date_gmt":"2024-02-29T17:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=8163"},"modified":"2024-02-29T18:30:29","modified_gmt":"2024-02-29T17:30:29","slug":"zuviel-des-guten-am-seltenen-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/zuviel-des-guten-am-seltenen-tag\/","title":{"rendered":"Zuviel des Guten am seltenen Tag"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/024HlGeorgSchatzkammerMuenchen.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-8164\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/024HlGeorgSchatzkammerMuenchen-700x1052.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"1052\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/024HlGeorgSchatzkammerMuenchen-700x1052.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/024HlGeorgSchatzkammerMuenchen-200x300.jpg 200w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/024HlGeorgSchatzkammerMuenchen-768x1154.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/024HlGeorgSchatzkammerMuenchen-800x1202.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/024HlGeorgSchatzkammerMuenchen.jpg 998w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dicke Blutstropfen, gemacht aus kostbaren Rubincabochons, quellen aus dem gr\u00fcnen Kopf und kleinere aus dem blassen Leib des Drachen, den der heilige Georg t\u00f6tet. Das Untier liegt auf dem R\u00fccken, sein Panzer, seine Krallen, sein Schweif sind mit Smaragden und gr\u00fcner Emaille bedeckt. Aus der Halswunde perlen Blutstr\u00f6me von Rubinkristallen. Das Pferd des Ritters ist aus rosafarbenem Chalzedon geschnitzt, sein Harnisch wei\u00df emailliert und \u00fcber und \u00fcber mit Rubinen und Diamanten geschm\u00fcckt. Die R\u00fcstung des Ritters ist blau emailliert, gerahmt in Gold und unz\u00e4hligen Diamanten. Aus klarem Bergkristall gl\u00e4nzt das Schwert des Ritters. Die prachtvolle Gruppe thront auf einem ebenso \u00fcppig verzierten, goldenen Reliquiar.<br \/>\nIch wusste in der Schatzkammer der M\u00fcnchner Residenz nicht, wo ich meine Augen lassen sollte. Der Blick schmerzte ob der vielen kostbaren Wunderwerke. Die Diamanten funkelten bei jeder Bewegung des Auges. Die geschnittenen Achate, der durchscheinende Chalzedon, die Rubine, Saphire, Smaragde, das Gold, die feinen Emailarbeiten, die schimmernden Perlen und Muscheln, die Schnitzereien aus Elfenbein und Korallen wollten alle wahrgenommen werden. Wie konnte ich meinem Gehirn sagen, schau alles in Ruhe an, nacheinander, du musst nicht alles auf einmal erfassen. Es ging aber nicht so, wie ich es wollte. Alles schien nur f\u00fcr mich zu sein, Distanz war verschwunden, alles nur f\u00fcr mich. Und nicht nur, weil ich keine Zeit mehr hatte, von Vitrine zu Vitrine zu gehen \u2013 der Zug fuhr in zwei Stunden und ich musste noch von der Residenz zum Bahnhof gehen \u2013 auch in f\u00fcnf Stunden h\u00e4tte ich den Abstand nicht zur\u00fcck gewonnen. Der Z\u00e4hler des Smartphones kam an diesem seltenen Tag auf 18795 Schritte.<\/p>\n<h5><em>&#8222;Die Georgsstatuette wurde, wahrscheinlich nach Entwurf von Friedrich Sustris, als Reliquiar f\u00fcr eine <abbr>Sankt <\/abbr>Georgs-Reliquie geschaffen, die 1586 Erzbischof Ernst von K\u00f6ln seinem Bruder Herzog <span class=\"umbruch\">Wilhelm V.<\/span> nach M\u00fcnchen sandte. Im 17. Jahrhundert wurde die Statuette bei hohen Feiertagen auf dem Altar der Reichen Kapelle ausgestellt. Das b\u00e4rtige, aus Buchsbaumholz geschnittene Gesicht des Heiligen hinter dem beweglichen Helmvisier tr\u00e4gt die Z\u00fcge des Stifters, Herzog <span class=\"umbruch\">Wilhelms V.<br \/>\n<\/span><strong>Statuette des Ritters Sankt Georg<\/strong> (Gold, Email, vergoldetes Silber, Diamanten, Rubine, Smaragde, Opale, Achat, Chalzedon, Bergkristall und andere Edelsteine, Perlen; H\u00f6he 50 cm) M\u00fcnchen, zwischen 1586 und 1597&#8243; <\/em><br \/>\n<em>Zitat: https:\/\/www.residenz-muenchen.de\/deutsch\/skammer\/bild08.htm<br \/>\nFotografie RW vom 28. 2 2024, gewidmet dem 29. 2. 2024<br \/>\n<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dicke Blutstropfen, gemacht aus kostbaren Rubincabochons, quellen aus dem gr\u00fcnen Kopf und kleinere aus dem blassen Leib des Drachen, den der heilige Georg t\u00f6tet. Das Untier liegt auf dem R\u00fccken, sein Panzer, seine Krallen, sein Schweif sind mit Smaragden und gr\u00fcner Emaille bedeckt. 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