{"id":7596,"date":"2023-02-09T20:25:40","date_gmt":"2023-02-09T19:25:40","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=7596"},"modified":"2023-02-10T16:23:50","modified_gmt":"2023-02-10T15:23:50","slug":"vermeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/vermeer\/","title":{"rendered":"Vermeer"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/023Spiegelkugel.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-7597\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/023Spiegelkugel-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/023Spiegelkugel-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/023Spiegelkugel-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/023Spiegelkugel-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/023Spiegelkugel-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/023Spiegelkugel.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der indische Prinz war zu einer der Previews eingeladen. Fernsehen, Internet und Zeitungen, Magazine und social media berichteten seit Tagen \u00fcber die kommende Vermeer-Ausstellung in Amsterdam. Er genoss das Privileg, vorab in ruhiger Atmosph\u00e4re mit wenigen Fachleuten vom Rijksmuseum durch die Ausstellung gehen zu k\u00f6nnen. Die gro\u00dfen abgedunkelten R\u00e4ume waren mit hohen Samtvorh\u00e4ngen versehen worden, so gelang der Blick auf die meist kleinformatigen Gem\u00e4lde intimer, wie Juwelen leuchteten sie ihm an den W\u00e4nden.<br \/>\nDer Prinz sah all seine Lieblingsbilder wieder, war mit ihnen seit Jahren vertraut, hatte auch 1996 in Den Haag das Mauritshuis besucht, dort gab es schon 23 von den insgesamt nur 37 Bildern des K\u00fcnstlers zu sehen. Im Rijksmuseum versammeln sich nun 28 Bilder, ein Ereignis, was kaum zu wiederholen ist. Ein ungeheurer Eindruck, sie wie eine geliebte Familie zusammen zu sehen, nicht chronologisch geh\u00e4ngt, sondern thematisch. Das Wiener Bild war nicht dabei. Aber vor <em>De Schilderconst<\/em> hatte er schon bei seinen h\u00e4ufigen Reisen nach Wien immer wieder mit h\u00f6chster Konzentration gestanden. Die Perlenw\u00e4gerin, <em>en Vrouw met de weegschaal<\/em>, aus Washington kannte er bislang nur von Abbildungen. Wunderbar genau konnte er nun zum ersten Mal die grauen und wei\u00dfen Perlstr\u00e4nge neben den Goldketten auf dem Tisch vor der jungen Frau aus dem Halbdunkel herausleuchten sehen und das J\u00fcngste Gericht auf dem Bild im Bild studieren.<br \/>\nZum exklusiven Diner am Vorabend der Er\u00f6ffnung hatte der Prinz sein offizielles indisches Gewand angelegt. Aus gelber Seide war seine Jacke, die Stickereien des Pektorale schm\u00fcckten eingen\u00e4hte Rubine und Diamanten. Im Zentrum des Turbans prunkte eine Agraffe mit einem blauen Saphir umgeben von Diamanten. Gro\u00dfe Perlen hingen an seinen Ohren. Kleidung und Edelsteine hatte er nach den Farben Vermeers ausgew\u00e4hlt. Die Ohrgeh\u00e4nge tr\u00e4gt er zu Ehren des <em>Meisje met de parel. <\/em>Auf dieses Bild hatte er sich trotz des uns\u00e4glichen Vermeer-Merchandising-Rummels sehr gefreut. Der Blick des M\u00e4dchens, die Wendung ihres Kopfes, ihre leicht ge\u00f6ffneten blassroten Lippen, das Inkarnat, die Variationen von Gelb- und Blaut\u00f6nen, der Schmelz der Perle, die Feuchtigkeit von Aug\u00e4pfeln und Mundwinkel, all das verbl\u00fcffte ihn nur vor dem Original immer wieder aufs Neue.<\/p>\n<h5><em>Spiegelkugeln im Teich, Schloss Dyck, Fotografie RW 2021<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der indische Prinz war zu einer der Previews eingeladen. Fernsehen, Internet und Zeitungen, Magazine und social media berichteten seit Tagen \u00fcber die kommende Vermeer-Ausstellung in Amsterdam. Er genoss das Privileg, vorab in ruhiger Atmosph\u00e4re mit wenigen Fachleuten vom Rijksmuseum durch die Ausstellung gehen zu k\u00f6nnen. 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