{"id":7195,"date":"2022-07-15T17:28:34","date_gmt":"2022-07-15T15:28:34","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=7195"},"modified":"2022-07-15T17:31:52","modified_gmt":"2022-07-15T15:31:52","slug":"spurensuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/spurensuche\/","title":{"rendered":"Spurensuche"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022FundeKaiserswerth.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-7196\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022FundeKaiserswerth-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022FundeKaiserswerth-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022FundeKaiserswerth-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022FundeKaiserswerth-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022FundeKaiserswerth-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022FundeKaiserswerth.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022Villeroy.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-7197\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022Villeroy-700x933.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022Villeroy-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022Villeroy-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022Villeroy-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022Villeroy-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/022Villeroy.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Rhein zu Kaiserswerth direkt unterhalb der Ruine der Kaiserpfalz kletterten wir \u00fcber das mit gro\u00dfen Basaltbl\u00f6cken gesicherte Ufer hinunter zum Wasser. Nach etwa zehn Metern rheinabw\u00e4rts erweiterte sich die Uferb\u00f6schung zu einem Kiesstrand. Hier wollten wir nach seltenen Steinen und Artefakten suchen. Die Rheinger\u00f6lle direkt am oberen Hang waren sehr flach, graue Quarzite, perfekt zum Flitschen. Weiter unten war das Kiesbett vief\u00e4ltiger und bunter, auff\u00e4llig aber war auf dem gesamten Ufer die schier un\u00fcbersichtliche Zahl an Scherben, aus Glas, aus Porzellan und Keramik. Daneben fanden sich Ziegel- und Schieferbruchst\u00fccke, mit Rost bedeckte gro\u00dfe N\u00e4gel und verblichene Knochen. Die Scherben drehten wir um, vielleicht bargen sie seltene Dekore oder noch lesbare Bodenmarken. Hatten die Bewohner des St\u00e4dtchens hier ihren Schutt verkippt? Oder kamen die Artefakte direkt von der Pfalz?<br \/>\nDie Kaiserpfalz war Anfang des 18. Jahrhunderts geschleift worden, die Bewohner von Kaiserswerth benutzten die Ruine danach als Steinbruch. Noch heute kann man bei Niedrigwasser Tr\u00fcmmer des Baus aus Ziegel, Basalt und Trachyt im Rhein sehen. Um 1900 ist es dem Provinzialkonservator Prof. Paul Clemen gelungen, Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten an der Kaiserpfalz durchzuf\u00fchren, um das historisch wichtige Bauwerk zu erforschen und zu erhalten. Seinen Bericht \u00ab<i>Untersuchung und Ausgrabungen der Hohenstaufenpfalz in Kaiserswerth in den Jahren 1899 und 1900\u00bb <\/i>habe ich in meiner Bibliothek (!) gefunden und gleich gelesen. Es gab eine Zisterne und Brunnen auf dem Pfalzgel\u00e4nde, daneben die Abfallgruben oder Latrinen, Fundgruben f\u00fcr Scherben und Bruchst\u00fccke von Ger\u00e4tschaften der ehemaligen Bewohner. Paul Clemen schreibt, dass er zwei Brunnen des 18. Jahrhunderts nicht untersuchen lie\u00df, die waren ihm schlicht zu jung. Es ist belegt, dass eine Latrine der Pfalz zum Rhein hinaus ging, dahinein ist sicher so manches sch\u00f6ne St\u00fcck entschwunden.<br \/>\nJedes Artefakt, das ich am Rhein mitnahm, m\u00f6chte ich erforschen und bestimmen k\u00f6nnen. Ich fand auf einem Scherben zum Beispiel eine Bodenmarke von Villeroy und Boch<em>, V &amp; B Goldene Denkm\u00fcnze<\/em> mit Krone, diese war um 1850 in Gebrauch! Meine Freundin, die ein gutes Auge hat, zeigte mir wie beil\u00e4ufig ihren ersten Fund, eine Sensation in meinen Augen: es war ein Glasstopfen f\u00fcr ein enghalsiges Fl\u00e4schchen, sehr alt, wie wir an den Luftblasen im Glas und der abgestossenen Oberfl\u00e4che sehen konnten. Sp\u00e4ter fand sie noch ein Pfeifenfragment aus wei\u00dfem Porzellan und sehr sch\u00f6n bemaltes Steinzeug. Zu meinen Funden z\u00e4hlten: ein Knochen, ziemlich schwer, das hei\u00dft, er ist wohl schon verkieselt \u2013 etliche graue Fragmente von Westerw\u00e4lder Steinzeug mit blauer Bemalung \u2013 niederrheinische Irdenware mit gr\u00fcner oder gelber Glasur, (vielleicht aus dem 18. JH.?), manche sogar mit wellenartiger Bemalung \u2013 Schieferplatten mit kreisrunden L\u00f6chern von N\u00e4geln \u2013 zwei Bruchst\u00fccke einer niederl\u00e4ndischen Fliese, die sich zusammenf\u00fcgen lie\u00dfen und man blaue Schiffsmasten und Segelspitzen erahnen konnte \u2013 dicke Standf\u00fc\u00dfe von uralten Weingl\u00e4sern \u2013 Bruchst\u00fccke aufw\u00e4ndig geschliffener, h\u00e4sslicher Glasgef\u00e4\u00dfe aus welcher Zeit auch immer. Pressglas war es nicht.<br \/>\n<em>\u00ab\u00c0 la recherche du temps perdu&#8230;\u00bb<\/em><\/p>\n<h5><em>Funde vom Rhein bei Kaiserswerth, Fotografie RW, 13. Juli 2022<\/em><br \/>\n<em><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-399\" src=\"http:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent.png\" width=\"800\" height=\"1\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent.png 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-150x1.png 150w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-300x1.png 300w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-768x1.png 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-700x1.png 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-482x1.png 482w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-80x1.png 80w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/em> <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-399\" src=\"http:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent.png\" width=\"800\" height=\"1\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent.png 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-150x1.png 150w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-300x1.png 300w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-768x1.png 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-700x1.png 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-482x1.png 482w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-80x1.png 80w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Rhein zu Kaiserswerth direkt unterhalb der Ruine der Kaiserpfalz kletterten wir \u00fcber das mit gro\u00dfen Basaltbl\u00f6cken gesicherte Ufer hinunter zum Wasser. 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