{"id":6866,"date":"2022-02-09T14:23:18","date_gmt":"2022-02-09T13:23:18","guid":{"rendered":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=6866"},"modified":"2022-02-10T11:53:24","modified_gmt":"2022-02-10T10:53:24","slug":"rom-blicke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/rom-blicke\/","title":{"rendered":"Rom, Blicke"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1971_Rom_AufStPeter.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-6867\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1971_Rom_AufStPeter-700x676.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"676\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1971_Rom_AufStPeter-700x676.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1971_Rom_AufStPeter-300x290.jpg 300w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1971_Rom_AufStPeter-768x741.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1971_Rom_AufStPeter-1536x1483.jpg 1536w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1971_Rom_AufStPeter-800x772.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/1971_Rom_AufStPeter.jpg 1554w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a>Da stand ich hoch auf der Kuppel vom Petersdom. Im Herbst 1971. Unterhalb der Laterne gibt es die Plattform, von der man auch heute noch, aber hinter hohen Gittern wie in einem Affenk\u00e4fig, auf Rom schauen kann. Der Blick geht von St. Peter auf die in der Ferne liegende Engelsburg, den Tiber, die Br\u00fccke Sant&#8217;Angelo.<br \/>\nRolf Dieter Brinkmann hatte 1971 noch 4 Jahre zu leben. 1972 und 1973 war er in Rom wegen seines Villa Massimo-Stipendiums. Er schrieb dort an seinen Collage-artigen Aufzeichnungen zu \u00abRom, Blicke\u00bb. 1971 war ich auch zum ersten Mal f\u00fcr wenige Tage in London. Dort starb Rolf Dieter Brinkmann am 23. April 1975 bei einem Autounfall, weil er als Fu\u00dfg\u00e4nger den Linksverkehr missachtete. Er wurde nur 35 Jahre alt. Seine Mutter starb, als er 17 war. Er brach das Gymnasium ab. Als Sch\u00fcler spielte er jedoch erfolgreich Theater.\u00a0 Sein Vater fotografierte ihn auf der B\u00fchne. Der Vater starb, als er 27 war.<br \/>\nWir wohnten 1971 im Albergo del Sole und schauten von dessen Dachterrasse auf die Kuppel von Andrea della Valle. Das Hotel gibt es heute noch. In der N\u00e4he der Piazza Navona. Wir waren nat\u00fcrlich auch zu den Ausgrabungen auf dem Forum Romanum gegangen, vorbei an der Riesen-Schreibmaschine, dem kaltwei\u00dfen Gro\u00df-Denkmal f\u00fcr Vittorio Emmanuele II, \u00fcber das Rolf Dieter Brinkmann spottet, wie er sowieso nur schimpft und \u00e4tzt \u00fcber das, was ihm in Rom begegnet, aber den nahe gelegenen Campidoglio lobt er:<br \/>\n<em>\u00ab&#8230;Es war gegen 1 Uhr, als ich [&#8230;] auf den von Michelangelo entworfenen Platz des Kapitol- Hu\u0308gels kam &#8211; wirklich ein scho\u0308ner, befreiender Platz, mit einem feinen Raumgefu\u0308hl entworfen, denn das Gefu\u0308hl des Raumes teilte sich mir sofort mit. Ich hatte das Gefu\u0308hl des Raumes und nicht das eines staubigen Durcheinanders, sobald ich von den Bauten ringsum und ihrem Zustand absah. &#8211; Hier konnte ich gehen, mich bewegen, u\u0308ber eine gleichma\u0308\u00dfige Fla\u0308che, die angenehm war&#8230;\u00bb<\/em><br \/>\nIch war 1971 schon an der Kunstakademie eingeschrieben, hatte so wenig Ahnung vom Kunstgeschehen der Zeit. Dass 1971 Rolf Dieter Brinkmann ein Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen bekam, wusste ich nicht. Aber in D\u00fcsseldorf, auch sicher am Eiskellerberg, in der Kunstakademie, war er bestimmt zu Besuch. Das Heinrich-Heine-Institut besitzt eine Sammlung von seinen Briefen und andere St\u00fccke aus seinem Nachlass.<\/p>\n<h5><em>Rom, auf St. Peter, Fotografie September 1971, Archiv RW<\/em><br \/>\n<em>Rolf Dieter Brinkmann \u00abRom, Blicke\u00bb 1979 Rohwolt Verlag<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da stand ich hoch auf der Kuppel vom Petersdom. Im Herbst 1971. 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