{"id":2372,"date":"2018-12-26T22:12:03","date_gmt":"2018-12-26T21:12:03","guid":{"rendered":"http:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=2372"},"modified":"2018-12-30T15:40:13","modified_gmt":"2018-12-30T14:40:13","slug":"st-etienne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/st-etienne\/","title":{"rendered":"St. \u00c9tienne"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/010BerlinHl_Stefan.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-2373\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/010BerlinHl_Stefan-700x524.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"524\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/010BerlinHl_Stefan-700x524.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/010BerlinHl_Stefan-300x225.jpg 300w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/010BerlinHl_Stefan-768x575.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/010BerlinHl_Stefan-800x599.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/010BerlinHl_Stefan-80x60.jpg 80w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/010BerlinHl_Stefan.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Heute ist Namenstag des heiligen Stephanus. Jean Fouquet malte den Heiligen Mitte des 15. Jahrhunderts auf der linken Tafel eines Dyptichons, zusammen mit dem Stifter \u00c9tienne Chevalier, dem Namensvetter des Heiligen. Die beiden blicken nach rechts zur thronenden Madonna, die auf der \u00fcberaus besonderen rechten Tafel ungew\u00f6hnlich abstrahiert dargestellt ist. Mit dem Jesusknaben auf dem Scho\u00df hat die sehr blasse Mutter Gottes eine Brust zum Stillen entbl\u00f6\u00dft, ist umgeben von blauen und roten Engeln. Das Kind weist mit dem Zeigefinger in Richtung Stephanus und Stifter. Das Gem\u00e4lde der beiden Stephans hatte mich bei einem fr\u00fcheren Berlinbesuch wegen einiger besonderer Details sehr beeindruckt, ich fotografierte den Ausschnitt schon 2010 in der Gem\u00e4ldegalerie. Der Heilige tr\u00e4gt das Zeichen seines Martyriums, den Stein auf einem Buch, das ihn als gelehrten Mann auszeichnet. Aus dem goldenen Schnitt des Buches ragt die winzige Spitze eines Lesezeichens heraus.<br \/>\nDer Stein ist als kantiges Bruchst\u00fcck ausgeformt, nicht etwa als gerundetes Ger\u00f6ll. Seine Anmutung ist die eines Flints oder Feuersteins, gl\u00e4nzend, wie nass und messerscharf. Fast wie ein asiatischer Gelehrtenstein, eine gro\u00dfe Felsformation sinnbildlich im Kleinen. Oder auch, wie von Menschenhand behauen, eine Skulptur, ein Werkzeug.<br \/>\nDer Kopf des Heiligen blutet fast unbemerkt, das Blut l\u00e4uft in einem Rinnsal in den Kragen seines kostbaren Gewandes. Stephanus ist mit asketischen Z\u00fcgen ausgestattet, die Tonsur unterst\u00fctzt die Hagerkeit seines Kopfes. Seine Kopfwendung geht zwar in Richtung Madonna, aber sein Blick ist eher innerlich. Zart nimmt er den Stifter bei der Schulter, um ihn bei der Mutter Gottes vorzustellen.<br \/>\nIm Hintergrund malt Fouquet kostbare Steinplatten als Ausstattung einer sch\u00f6n gegliederten Wand. Hier imitiert er verschiedene polierf\u00e4hige, metamorphe Kalkgesteine, unter anderem vielfarbigen Marmor. Gerade die Steinplatte hinter dem Heiligen (perspektivisch gesehen) ist voll farbiger Dramatik. Auf dem Gegenst\u00fcck des Dyptichons ist der Thron der Madonna nicht nur mit kostbaren Edelsteinen und Perlen ausgestattet, sondern auch mit vielfarbigen Marmort\u00e4felchen und polierten Kugeln aus dem gleichen Marmor versehen, die auch Fensterkreuze widerspiegeln!<br \/>\nF\u00fcr meine Schwester, die heute auch Namenstag hat.<\/p>\n<h5><em>Jean Fouquet, Diptychon von Melun, um 1455,<br \/>\nlinker Fl\u00fcgel mit dem Bildnis des Stifters \u00c9tienne Chevalier und dem hl. Stephanus, Staatliche Museen zu Berlin, <\/em><em>Gem\u00e4ldegalerie,<br \/>\nrechter Fl\u00fcgel: Madonna umgeben von Engeln, Eichenholz, 95 x 85,5 cm \u00a9 Antwerpen, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, (Datei:Jean Fouquet 005.jpg) \u2013 vereint im letzten Winter in Berlin<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist Namenstag des heiligen Stephanus. Jean Fouquet malte den Heiligen Mitte des 15. Jahrhunderts auf der linken Tafel eines Dyptichons, zusammen mit dem Stifter \u00c9tienne Chevalier, dem Namensvetter des Heiligen. Die beiden blicken nach rechts zur thronenden Madonna, die auf der \u00fcberaus besonderen rechten Tafel ungew\u00f6hnlich abstrahiert dargestellt ist. 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