{"id":1707,"date":"2018-10-13T19:10:07","date_gmt":"2018-10-13T17:10:07","guid":{"rendered":"http:\/\/ruth23weber.de\/blog\/?p=1707"},"modified":"2018-10-13T20:09:47","modified_gmt":"2018-10-13T18:09:47","slug":"so-war-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/so-war-es\/","title":{"rendered":"J\u00f6rg Immendorff"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1974GruendungISK.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1709\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1974GruendungISK-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1974GruendungISK-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1974GruendungISK-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1974GruendungISK-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1974GruendungISK-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1974GruendungISK.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1978ImmendorffBlock-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1717\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1978ImmendorffBlock-Kopie-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1978ImmendorffBlock-Kopie-225x300.jpg 225w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1978ImmendorffBlock-Kopie-768x1024.jpg 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1978ImmendorffBlock-Kopie-700x933.jpg 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1978ImmendorffBlock-Kopie-800x1067.jpg 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1978ImmendorffBlock-Kopie.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-399\" src=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent.png\" width=\"800\" height=\"1\" srcset=\"https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent.png 800w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-150x1.png 150w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-300x1.png 300w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-768x1.png 768w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-700x1.png 700w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-482x1.png 482w, https:\/\/ruth23weber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/trennlinie_transparent-80x1.png 80w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Neulich wurde ich im Zusammenhang der M\u00fcnchner Ausstellung\u00a0 \u00abJ\u00f6rg Immendorff: F\u00fcr alle Lieben in der Welt\u00bb gefragt, ob ich ihn auch gekannt habe. An der Kunstakademie D\u00fcsseldorf in den 70er Jahren h\u00e4tte man sich \u00fcber den Weg laufen k\u00f6nnen. Ja, ich kannte J\u00f6rg Immendorff.<br \/>\nVor kurzem habe ich alte Unterlagen aus der Studentenzeit wieder gefunden und wollte sie endlich entsorgen. Einiges k\u00f6nnte ich allerdings dem Archiv der Kunstakademie widmen. Ich fand auch meine Protokolle der ISK-Sitzungen aus dem Jahr 1974. Wir Kunstakademiestudenten (fast alle waren damals links und linker) wollten in D\u00fcsseldorf \u00abInitiativen zur Gr\u00fcndung einer Vereinigung Sozialistischer Kulturschaffender\u00bb (ISK) aufbauen. Immendorff war da eine Leitfigur. Ich kam aus einem konservativ gepr\u00e4gten Elternhaus direkt nach dem Abitur mit gerade 19 Jahren an die Kunstakademie. Dort wurde ich mit der unruhigen Atmosph\u00e4re von Aufruhr und Revolte konfrontiert. Das hat mich sehr beeindruckt. Immendorff fiel auf als ein charismatischer junger Mann, schon seit Mitte der 60er an der Akademie, der sich durch seine brillanten Redebeitr\u00e4ge in der Beuysklasse und auf Studentenversammlungen profilierte. So trafen wir uns mit gleichgesinnten Kommilitonen in der D\u00fcsseldorfer Altstadt in einem Hinterhofgeb\u00e4ude zu Sitzungen mit endlosen Diskussionen \u00fcber die Unruhen an der Kunstakademie. Wir entwarfen Wandzeitungen, verabredeten uns zum Zeichnen im Hochofenwerk, sprachen \u00fcber die eigenen Werke, \u00fcber unsere Verachtung des Kunstmarktes, unser Verh\u00e4ltnis zur Arbeiterklasse, zur Politik der Regierung oder zur Weltpolitik. Ich behauptete damals zwar auch meine Standpunkte, war aber als noch sehr Unerfahrene eher am Rande des Geschehens.<br \/>\nEine Fahrt nach Hamburg in Immendorffs wei\u00dfem VW K\u00e4fer ist mir noch gut in Erinnerung. Immendorff wirkte immer sehr aufgekratzt, fuhr einen hei\u00dfen Reifen. Wir waren zu f\u00fcnft im Auto. Als wir in Hamburg in ein Parkhaus einfuhren, raste er in eine freie L\u00fccke und krachte vorne mit der Sto\u00dfstange an die Wand. Anlass der Fahrt war eine Ausstellung im Kunstverein Hamburg \u00abAspekte der engagierten Kunst\u00bb, kuratiert von Uwe M. Schneede. Es gab heftige Diskussionen zur Ausstellung. Jochen Hiltmanns Film \u00abEngagierte Kunst! F\u00fcr wen?\u00bb sollte zensiert werden, aber in einer Debatte wurde demokratisch abgestimmt und der Film wurde gezeigt. Im meinem Protokoll \u00fcber die Hamburgfahrt zitiere ich Immendorff, \u00ab Der Film soll nur ein Beitrag unter vielen sein&#8230; \u00bb Das erste Labskaus meines Lebens in Hamburg ist mir besser im Ged\u00e4chtnis als die Werke in der Ausstellung.<br \/>\n<em>Siehe auch den Artikel von Gottfried Sello in der Zeit vom 27. September 1974 \u00abKunst verhunzt\u00bb (Zeit online) <\/em><br \/>\nL\u00e4ngst hatte man sich von den Vorstellungen der 70er Jahre abgewandt und die ehemaligen Mitstreiter aus den Augen verloren, als ich 1982 die Ausstellung \u00a0\u00abCaf\u00e9 Deutschland \u2013 Adlerh\u00e4lfte\u00bb in der D\u00fcsseldorfer Kunsthalle sah, eine von J\u00fcrgen Harten initiierte Ausstellung.\u00a0 Ich habe sofort eine Hasstirade gegen die Malerei von Immendorff verfasst, weil sie f\u00fcr mich grobe Kulissenmalerei mit sehr durchschaubaren Effekten war. Mit <em>Caf\u00e9 Deutschland<\/em> hatte er allerdings vorausschauend ein wichtiges Thema angepackt. Seine fr\u00fchere Malerei der 70er Jahre war mir zu agit-prop-spie\u00dfig gewesen. Die davor, vom Ende der 60er Jahre mit frecher Extra-doof-Attit\u00fcde bis \u00abH\u00f6rt auf zu malen\u00bb gefiel mir noch am besten. Ich war damals Dada-Enthusiastin und alles, was zu glatt war oder zu nah am Kunstmarkt, konnte ich nicht ertragen.<br \/>\nMeine letzte, etwas exotische Begegnung mit Immendorff war im K\u00fcnstlerverein Malkasten in D\u00fcsseldorf, wohl in den sp\u00e4ten 90er Jahren. Er sa\u00df mir und meiner Schwester gegen\u00fcber und unterhielt sich sehr angeregt mit uns, dabei seine zwei sehr stark geschminkten Model-Begleiterinnen, rechts und links von ihm, vollkommen ignorierend.<\/p>\n<p>Im M\u00fcnchner <em>Haus der Kunst<\/em> sieht man jetzt etwa 200 Arbeiten aus allen Werk-Zeiten Immendorffs \u2013 gut!!!<\/p>\n<p><em> Ren\u00e9 Block\u00a0 und J\u00f6rg Immendorff auf der B\u00fchne sitzend, w\u00e4hrend des Klavierduetts von Joseph Beuys und Nam June Paik, Aula Kunstakademie D\u00fcsseldorf, 1978<\/em><\/p>\n<p><em>J\u00f6rg Immendorff auf einem Plakat der ISK, Veranstaltungsort Kunstakademie D\u00fcsseldorf,<br \/>\nProtokoll von RW zu einer der vorbereitenden Sitzungen der ISK in D\u00fcsseldorf,<br \/>\nbeides Herbst 1974<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich wurde ich im Zusammenhang der M\u00fcnchner Ausstellung\u00a0 \u00abJ\u00f6rg Immendorff: F\u00fcr alle Lieben in der Welt\u00bb gefragt, ob ich ihn auch gekannt habe. 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